Moskau

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 0

Existenz: seit 1147
Status: Hauptstadt der Russischen Föderation und des Moskauer Gebietes
Fläche: 900 qkm
Einwohnerzahl: ca. 10 Mio
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -10, April: +4, Juli: +18, Oktober: +4
 
Moskau ist nicht nur die größte Stadt Russlands, sondern auch das Herz des Russischen Reiches und eines der wichtigsten politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentren der Erde. 1147 wird Moskau erstmalig urkundlich erwähnt. Im Jahre 1238 kam die Stadt unter das Joch der Mongolen und der Tataren. Erst mit Beginn des 14.Jh. konnte sich Moskau gegen Tver als Hauptstadt des gleichnamigen Fürstentums durchsetzen. Wenn Moskau bis dahin eine eher unbedeutende Rolle gespielt hat, so sah es sich doch im 15.Jh. als Mittelpunkt der Welt und des Christentums.
Gern nannte es sich nach Rom und Konstantinopel das "Dritte Rom". Besonders Ivan dem Schrecklichen hat Moskau viel zu verdanken. Unter ihm bekam der Kreml seine heutige Größe und auch die Basiliuskathedrale entstand zu dieser Zeit. Peter der Große machte der politischen Bedeutung Moskaus einen Strich durch die Rechnung, als er 1703 seine neue Hauptsstadt, St. Petersburg, an der Neva gründete. Daran sollte sich auch die nächsten 200 Jahre nichts ändern. Trotzdem blieb Moskau das heimliche Zentrum Russlands. Obwohl Moskau wieder den Status der Hauptsstadt Russlands wiedererlangt hat,
ist die Rivalität beider Städte ungebrochen.
Die größte Anziehungskraft auf Touristen hat wohl der Rote Platz und der Kreml. Nach dem Brand im Jahre 1493 befahl Zar Ivan III., einen Landstreifen an der Kremlmauer nicht zu bebauen. Ursprünglich bedeutete "krasnaja" schön. Erst später wurde wegen der verwendeten roten Backsteine aus dem "schönen Platz" der Rote Platz. Politisch untermauert wurde der Namenswechsel durch den Roten Oktober und die gleichnamige Revolution. Umrahmt wird der Rote Platz vom Historischen Museum, dem Kaufhaus GUM und der Basiliuskathedrale.
Die Basiliuskathedrale, ohne Zweifel die schönste Kirche Moskaus, wurde 1561 zur Erinnerung an den Sieg über die Tataren bei Kazan geweiht. Acht wunderschöne farbenfrohe Türmchen umschließen die Hauptkathedrale. Ihr Bauherr, Zar Ivan der Schreckliche, machte seinem Namen alle Ehre und ließ dem Architekten dieses Kunstwerkes die Augen blenden, auf das dieser nirgendwo auf der Welt eine zweites solches Meisterstück erschaffen konnte. Das GUM ist ein Kaufhaus, das in den Jahren 1888 bis 1893 im traditionellen russischen Baustil errichtet wurde.
Das Interieur ist bewundernswert: Galerien mit stuckverzierten Bogengängen, ornamentgeschmückte Eisengeländer und Brücken unter einem riesigen Glasdach. Auf der Hauptkreuzung des "Staatlichen Warenhauses" befindet sich sogar ein kleiner imposanter Springbrunnen, der leise vor sich hinplätschert.
Gegenüber des gewaltigen Kaufhauses liegt das Leninmausoleum, ein aus dunkelrotem Granit bestehendes pyramidenartiges Bauwerk. Lenins Leichnam wurde nach seinem Tod am 21. Januar 1924 gegen seinen Willen hier aufgebahrt. Noch immer steht die Überführung der sterblichen
Überreste Lenins in die Familiengruft in St. Petersburg zur Diskussion. Weitere prominente Mitglieder der Kommunistischen Partei haben ihre letzte Ruhestätte unter der Kremlmauer hinter dem Mausoleum, so auch Josef Stalin. Der Kreml, gleich hinter dem Leninmausoleum gelegen, ist von einer 2235 m langen Mauer umgeben. Er ist heute Amtssitz des russischen Präsidenten und teilweise auf einer Route zwischen Borovckij-Turm und dem Dreifaltigkeitstor zu besichtigen. In der Rüstkammer (Saal 3) kann man das der Transsib gewidmete Fabergé-Ei besichtigen.
Jaroslavl

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 282

Existenz: seit 1010
Status: Hauptstadt des Jaroslavler Gebietes
Fläche: 900 qkm
Einwohnerzahl: 630.000
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -11, April: +3, Juli: +17, Oktober: +3
 
Der erste Halt der Transsib nach ihrer Abfahrt in Moskau ist in Jaroslavl. Der Kiever Fürst Jaroslav der Weise soll hier im Jahre 1010 einen Bären erlegt haben. Nachdem das Jaroslavler Fürstentum im Jahre 1463 dem Moskauer Fürstentum angegliedert wurde, avancierte es nach Moskau und Kazan zur drittwichtigsten Handelsmetropole in Russland. Ein großes Feuer im Jahre 1658 zerstörte fast ganz Jaroslavl. Von nun an baute man fast ausschließlich mit Steinen. Farbenfreudige Fresken und glasierte Kacheln prägten das Stadtbild.
Bis 1937, als der Wolga-Moskau-Kanal eröffnet wurde, behielt die Stadt die Funktion des Moskauer Fernhafens bei. Heute ist Jaroslavl zwar ein Industriezentrum, in dem v.a. die chemische Industrie ein bedeutende Rolle spielt, dennoch hat die Stadt eine sehr wache Kirchen- und Kulturtradition.
Vjatka (Kirov)

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 956

Existenz: seit 1374
Status: Hauptstadt des Kirover Gebietes
Fläche: 900 qkm
Einwohnerzahl: 338.000
 
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -14, April: +2, Juli: +18, Oktober: +1
 
Dank seiner Lage am Hochufer einer Furt entwickelte sich das Städtchen kurz nach seiner Gründung schnell zu einem Zentrum des Pelzhandels. Zu Beginn des 19.Jh. ging es als beliebter Verbannungsort in die Geschichte ein. 1934 wurde der Leningrader Parteiführer Sergej Kirov, der in dieser Region geboren wurde, in St. Petersburg ermordet. Sein Tod war für Stalin Grund genug, mit den Massensäuberungsaktionen zu beginnen, die über 10 Mio. Menschenleben forderten.
Erst viele Jahre später kam die Wahrheit ans Licht: Stalin veranlasste den Mord an Kirov höchstwahrscheinlich selbst, und schaltete somit einen seiner in der Bevölkerung populärsten Konkurrenten aus. Die Stadt wurde zwar in den 90er Jahren von Kirov wieder in Vjatka zurückbenannt, aber beide Namen finden heute noch Verwendung.
Perm

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 1434

Existenz: seit 1723
Status: Hauptstadt des Permer Gebietes
Einwohnerzahl: 1.030.000
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -15, April: +3, Juli: +18, Oktober: +1
 
Sein Stadtname stammt aus dem Finno-Ugrischen und bedeutet soviel wie "fernes Land". Auf Perm wurde man aufgrund des Kupfererzvorkommen aufmerksam, das sich in diesem Gebiet befand. Perm erlangte 1796 das Stadtrecht. Durch seinen Hafen an der Kama, ein Nebenfluss der Wolga, wurde es zu einem regen Handelsplatz und Bindeglied zwischen Russland und Sibirien. Durch die Erzlagerstätten entwickelte sich die Schwerindustrie und Mitte des 19. Jh. die größte Kanonenfabrik Russlands. Perm galt damals bereits als Zentrum des russischen Motorenbaus. Aber auch kulturell hatte Perm einiges zu bieten:
Nobelpreisträger Boris Pasternak verbrachte hier mehrere Jahre seines Lebens und ließ Stadtnamen in seinen weltbekannten Roman "Dr. Schiwago" einfließen. Zu Zeiten der UdSSR war Perm, wie alle Uralmetropolen, für Ausländer nicht zugänglich. Die einzige Ausnahme bildete die DDR, die in den 80er Jahren in der Umgebung von Perm im Rahmen der Comecon-Kooperation einen Teilabschnitt der Erdgaspipeline Westsibirien-Mitteleuropa errichtete. Nach 1777 Kilometer mit der Transsib erreicht man Sibirien. Ein etwa 4m hoher Obelisk, der durch den Kilometerstein 1777 dargestellt wird, markiert diese Tatsache.
Ekaterinburg

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 1814

Existenz: seit 1721
Status: Hauptstadt des Swerdlowsker Gebietes
Einwohnerzahl: 1.400.000
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -16, April: +2, Juli: +17, Oktober: +1
 
Der Ort entstand 1721 im Rahmen der unter Peter I. forcierten Erschließung der Naturreichtümer des Urals. Seinen Namen erhielt Ekaterinburg zu Ehren der Zarin Ekaterina I. Das Stadtrecht wurde Ekaterinburg im Jahre 1783 verliehen. Der anfänglichen Metallurgie folgten später der Schwermaschinenbau, die chemische Industrie und eine angesehene Juwelierindustrie. Auch heute ist Ekaterinburg einer der wichtigsten Standorte der russischen klassischen Schwerindustrie. Zu trauriger Berühmtheit kam die Stadt während der Revolution, als hier Zar Nikolaus II, seine Frau und seine Kinder
durch Bolschewisten ermordet wurden. Nach der Revolution wurde die Stadt in Sverdlovsk umbenannt - nach dem Revolutionär Jakov Sverdlov, der den Befehl zum Zarenmord gab und später einer der ersten Präsidenten der Sowjetunion wurde. Erst nach der Wende suchte man nach deren sterblichen Überresten; eine eindeutige Identifizierung gelang aufgrund von DNS-Analysen. 1998 wurde die Zarenfamilie standesgemäß in der Petersburger St.-Pauls-Kathedrale bestattet. Später sprach die russisch-orthodoxe Kirche die Zarenfamilie heilig.
Tjumen

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 2138

Existenz: seit 1586
Status: Hauptstadt des Tjumener Gebietes
Einwohnerzahl: 548.000
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -16, April: +3, Juli: +18, Oktober: +1
 
Tjumen ist die erste große Stadt hinter dem Ural und wird auch die "Mutter der sibirischen Städte" genannt. Nachdem 1586 die ersten 300 Kosaken und Schützen die erste russische Stadt und zugleich Hauptstadt Sibiriens gründeten, brachte der Handel Tjumen bald zum Blühen. Später entwickelte sich das Handwerk, die Industrie und im 19.Jh. der Schiffbau. Aufgrund der in den 60er Jahren des vergangen Jahrhunderts einsetzenden Erschließung der Ölfelder und Gasvorkommen in den angrenzenden Gebieten, wurde Tjumen ein wichtiges Verwaltungs- und Güterumschlagszentrum in Russland.
Lohnzuschläge und Versorgungsprivilegien führten damals zu einem rasanten Anwuchs der Bevölkerung. Das heutige Stadtbild ist geprägt durch eine Mischung aus alten Holz- bzw. Steingebäuden, sozialistischen Neubaublöcken und moderner Architektur. Momentan werden hier 15% des russischen Bruttoinlandproduktes erwirtschaftet.
Omsk

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 2711

Existenz: seit 1716
Status: Hauptstadt des Omsker Gebietes
Einwohnerzahl: 1.170.000
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -19, April: +1, Juli: +19, Oktober: +1
 
Mit 1.170.000 Einwohnern ist Omsk die zweitgrößte Stadt Westsibiriens. Sie wurde im Jahre 1716 vom Gardeoffizier Ivan Buchholz, der im Auftrag von Peter dem Großen unterwegs war, als Festungsplatz gegründet. Obwohl in Omsk ein reger Handel zu verzeichnen war, blieb die Stadt doch immer ein Ort des Militärs und der Verwaltung. Mit nur 4'000 Einwohnern erhielt Omsk bereits schon 1782 das Stadtrecht. Im 19.Jh. erlangte die Stadt traurige Berühmtheit, weil sie ein Etappenort der zaristischen Verbannung war. In der letzten Hälfte des 19.Jh. stieg Omsk zur größten Stadt Sibiriens und zum Industriezentrum
auf. Zu sowjetischer Zeit war Omsk eine "geschlossene Stadt"; Ausländer durften sie bis zur Wende nicht besuchen. Die Strecke Omsk-Novosibirsk ist die am dichtesten befahrene Güterverkehrsstrecke der Welt. Das mag daran liegen, dass Omsk ein bedeutendes Industriezentrum ist (Kohle-, Reifen- und Raumfahrtindustrie, Messtechnik, Erdölraffinerie). Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass in Omsk mit Hilfe deutscher Technologie das beste Bier Sibiriens gebraut wird – "Sibirskaya Korona" ("Sibirische Krone").
Novosibirsk

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 3336

Existenz: seit 1893
Status: Hauptstadt des Novosibirsker Gebietes
Einwohnerzahl: 1.450.000
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -19, April: +/-0, Juli: +18, Oktober: +1
 
Novosibirsk ist die Hauptstadt Sibiriens. Als man 1893 im Rahmen des Transsib-Baus nach einem geeigneten Platz für die Überquerung des Ob-Stroms suchte und hier fand, wurde an dieser Stelle eine kleine Siedlung mit dem Namen Novo-Nikolaevsk (nach Zar Nikolaj II.) mit über 7'000 Einwohner gegründet. Ab 1925 machte sich die Stadt als Verwaltungszentrum einen Namen. Ein Jahr später wurde sie in Novosibirsk umbenannt. Anfang der 60er Jahre lebten zum ersten Mal in einer Stadt in Sibirien mehr als eine Million Menschen.
Heute ist Novosibirsk ein bedeutendes Industriezentrum, ein zentraler Verkehrsknotenpunkt und Handels-, Finanz- und Messezentrum, das für angrenzende Regionen sehr wichtig ist. Die beiden Stadthälften – links und rechts vom Ob gelegen – sind durch mehrere riesige Brücken miteinander verbunden. Das Stadtzentrum und somit auch der historische Kern liegen auf der rechten, die Gewerbegebiete und die Schlafstädte auf der linken Seite des Ob’. Das Stadtbild ist stark vom sozialistischen Baustil geprägt.
Tomsk

Existenz: seit 1604

Einwohnerzahl: 500.000
mittl. Temperatur in ° C:
Januar:-19 bis -25 C°, Juli: +19° Zahl der Universitäten: 6
Zahl der Studenten: 85 000 (der höchste Prozentsatz von Studenten an der Bevölkerung unter den Städten Russlands)
 
Tomsk war immer das Zentrum der Bildung und Wissenschaft Sibiriens. Die erste Universität wurde in Tomsk im Jahre 1800 gegründet. Heutzutage ist jeder 6. Einwohner von Tomsk Student. Die Hauptindustriebranchen sind Erdöl, Chemie, Holzverarbeitung, Maschinenbau, Metallindustrie, Energetik und Elektrotechnik, Nahrungsindustrie. Die 400 jährige Geschichte von Tomsk wird von vielen Museen präsentiert. Das Museum für Heimatkunde beherbergt zahlreiche Exponate, die von der Vergangenheit und Gegenwart der sibirischen Region sowie vom Alltagsleben, der Traditionen, Kultur und den Gewerben
des nördlichen Volkes erzählen. Das Museum für Kunst bietet Sammlungen von Werken der Tomsker Künstler und Bildhauer an. Tomsk ist die Stadt mit eigenartiger Holzarchitektur. In der Altstadt gibt es viele von Holzschnitzereien geschmückte Häuser, die als historische unter dem Staatsschütz Denkmäler gelten. Tomsk ist ein Kulturzentrum Sibiriens und hat viele Theater. Als Magnet zog Tomsk hervorragende Persönlichkeiten verschiedener Epochen an.
Tajschet

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 4515

Existenz: seit 1938
Einwohnerzahl: 600.000
Status: gebietsunterstellte Stadt des Gebietes Irkutsk, Rayonzentrum
 
Tajschet ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt. Die Stadt ist das östliche Ende der Südsibirischen Bahn und Beginn der Baikal-Amur-Margistrale.
Krasnojarsk

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 4098

Existenz: seit 1628
Status: Hauptstadt des Krasnojarsker Gebietes
Einwohnerzahl: 930.000
 
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -17, April: +1, Juli: +18, Oktober: +1
 
1628 als Fort "Krasnij Jar" – "Roter Abgrund" gegründet, begann im 18.Jh. der Aufschwung der Stadt durch die Eisenindustrie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Krasnojarsk zu einem der wichtigsten Zentren sowjetischer Militärforschung und –produktion. Einige in der Umgebung liegende Siedlungen unterliegen nach wie vor besonderer Geheimhaltung. Da Krasnojarsk die strategisch zentralste Metropole Russlands war - keine russische Großstadt hat weitere Strecken zu den Landesgrenzen aller Himmelsrichtungen als Krasnojarsk - war sie bis vor kurzem als "geschlossene Stadt" für Ausländer
nicht betretbar.
Das einzigartige Panorama der Stadt wird lediglich durch den stark ausgeprägten Industriestadt-Charakter negativ beeinflusst. In Krasnojarsk befindet sich die weltweit zweitgrößte Aluminiumhütte, die (zusammen mit anderen Werken) die ökologische Situation der Stadt stark belastet.
Irkutsk

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 5185

Existenz: seit 1652
Status: Hauptstadt des Irkutsker Gebietes
Einwohnerzahl: 639.000
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -21, April: +1, Juli: +17, Oktober: +/-0
Irkutsk, auch das "Paris" Sibiriens genannt, ist eine der interessantesten und schönsten Städte Sibiriens, die aufgrund ihrer Nähe zum malerisch schönen Baikalsee bei den Touristen sehr beliebt ist. Erstmalig 1652 als Winterlager erwähnt, erhielt Irkutsk 1686 das Stadtrecht. Es wurde reger Handel mit Pelzen, chinesischem Tee und Seide getrieben. Irkutsk wurde bald russisches Zentrum bezüglich der wirtschaftlichen, diplomatischen und wissenschaftlichen Aktivitäten in Richtung Mongolei und China. Im 19.Jh. war Irkutsk die mit Abstand größte Stadt in Sibirien.
Ein Großteil ihrer Entwicklung hat Irkutsk den Dekabristen zu verdanken, die die geistig-kulturelle Entwicklung in der Stadt vorantrieben. Nach einem verheerenden Brand im Jahre 1879 wurde die Stadt erneut aufgebaut. Der Wiederaufbau ging unverhältnismäßig schnell voran - nicht zuletzt aufgrund der gleichzeitigen Goldfunde. Zu Zeiten der stalinistischen Herrschaft wurden viele Kirchen zerstört und vernichtet. Dieser Verlust prägt bis heute das Stadtbild. In den 50er Jahren wurde eine Kraftwerkskaskade an der Angara gebaut, die die wirtschaftliche Entwicklung weiter vorantrieb.

Baikalregion

Der Baikalsee liegt ca. 5200 km östlich Moskaus und ca. 200 km nördlich der russisch-mongolischen Grenze und ist 25 Mill. Jahre alt. Mit 636 km Länge, zwischen 27 und 80 km Breite und vor allem 1637 m Tiefe erfüllt der Baikalsee alle Vorraussetzungen für ein Superlativ. Aufgrund seiner Tiefe ist er auch der tiefste See der Welt. Die Oberfläche breitet sich über 31.500 km² aus. Der Baikalsee ist mit Süßwasser gefüllt ist und somit ist er das größte Trinkwasserreservoir der Erde.
Käme es zu einem Auslaufen des Sees, würde das gesamte Festland der Erde 20 cm hoch überschwemmt werden. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, daß auf 336 Zuflüsse nur ein einziger Abfluß kommt. Der Abfluß ist die Angara und fließt nordwärts ins Polarmeer. Aufgrund der Verschiebung der dort befindlichen zwei Kontinentalplatten, kommt es jährlich zu ca. 2000 Erdstößen. Statistisch wird die Region alle einhundert Jahre von einem Erdbeben schwerer Größenordnung erschüttert. Die Hochhäuser im nahegelegenen Irkutsk sind aus genau diesem Grund alle erdbebensicher gebaut.
Über die Herkunft des Namens "Baikal" wird nach wie vor gerätselt. Glaubt man der burjatischen Übersetzung, könnte "Baikal" - "erhabendste Schöpfung" bedeuten. Die jakutische Übersetzung dagegen ist ganz einfach - "Großes Meer". Die chinesischen Übersetzung für "Baikal" wäre "Nördliches Meer".Am logischsten ist aber die Turkübersetzung des Wortes "Baikal"- "Bai" bedeutet hier reich und "Kal" See.
Die Urbevölkerung am Baikalsee setzt sich aus Abstammungen mongolischer Volksgruppen zusammen. Den Burjaten, Jakuten und Ewnken. Die Russen kamen im 17. Jahrhundert hinzu.
Mit dem Bau der Transsibirischen Eisenbahn Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte die flächendeckende Besiedlung der Region.
Die Temperaturen in der Baikalregion sind wesentlich milder als im restlichen Sibirien. Wie ein Meer speichert der See im Sommer Wärme, die er dann im Winter wieder abgibt. Die Temperaturen liegen im Januar bei bis zu -28°C, im April schwanken sie zwischen -4°C und 16°C, im Juli kann es bis 35°C heiß werden und ab Ende September gibt es schon wieder die ersten Fröste.
Der Baikalsee hat ab Anfang Januar eine 70 bis 110 cm dicke Eisschicht. Auf dem Eis entsteht rasch ein geregelter Straßenverkehr mit Parkverbotsschildern und markierten Fahrbahnen. Interessante Orte in der Baikalregion sind z.B. Listvjanka, die Olchon-Insel, der Baguziner Naturpark und natürlich Irkutsk und Ulan-Ude.
Ulan Ude

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 5640

Existenz: seit 1666
Status: Hauptstadt der Burjatischen Republik
Einwohnerzahl: 353.000
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -27, April: +1, Juli: +19, Oktober: -1
 
Ulan-Ude ist die Hauptstadt der Burjatischen Republik. Erstmalig wurde sie im Jahre 1666 unter dem Namen Udinsk erwähnt. Ulan-Ude bedeutet "rote Uda", wobei Uda der Name eines dort beheimateten Flusses ist. Diesen Namen erhielt die Stadt erst zu sowjetischen Zeiten im Jahre 1934. Nach einem Großbrand im Jahre 1878, bei dem über die Hälfte der Stadt zerstört wurde, baute man das Stadtzentrum wieder auf – diesmal aus Stein. Obwohl Ulan-Ude eine Industriestadt ist, bietet sie relativ viel Grün und interessante Architektur.
Tschita

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 6198

Existenz: seit 1653
Status: Hauptstadt des Tschitaer Gebietes
Einwohnerzahl: 320.000
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -27, April: +/-0, Juli: +18, Oktober: -2
 
Im Jahre 1653 als Kosaken-Winterlager errichtet, lebten lange Zeit nur sehr wenige Menschen hier. Dem Ort wurde keine größere Bedeutung beigemessen. Erst im 19.Jh. begann mit den hierher verbannten Dekabristen die Stadtentwicklung. Im Rahmen der Verwaltungsreform von 1851 wurde der östlich des Baikalsees gelegene Landstrich aus dem Gouvernement von Irkutsk herausgelöst und Tschita als zentral gelegener Ort zur Hauptstadt gemacht. Zwar wuchs die Einwohnerzahl stetig, aber erst mit Tschitas Anschluss an die Transsib im Jahre 1899 schritt die Stadtentwicklung weiter
voran. Nach einer politisch bewegten Zeit wurde Tschita 1920 die Hauptstadt eines eigenständigen, wenn auch künstlich gebildeten Staates – der "Demokratischen Fernöstlichen Republik". Diese Republik war ein Kompromiss zwischen Sowjetrussland und Japan im Zusammenhang mit dem bilateralen Abkommen über den Abzug der japanischen Truppen aus dem Fernen Osten. Nach dem Abzug der Japaner im Jahre 1922 schloss sich die Republik sofort Sowjetrussland an. Bis in die 80er Jahre hinein war Tschita eine "geschlossene Stadt" und somit für Ausländer gesperrt.
Birobidshan

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 8351

Existenz: seit 1931
Status: Hauptstadt des Jüdischen Autonomen Gebietes
Einwohnerzahl: 83.000
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -22, April: +3, Juli: +20, Oktober: +2
 
Die eher kleine Provinzstadt Birobidshan ist die Hauptstadt des "Jüdischen Autonomen Gebietes der Russischen Föderation". Sie entstand im Jahre 1931 aus der alten Halbetappe Tichonka. Zwei zusammenfließende Flüsse – Bira und Bidsha – gaben dem Ort seinen Namen. 1937 erhielt Birobidshan als Hauptstadt des "Jüdischen Autonomen Gebietes der UdSSR" das Stadtrecht. Für Stalin stellte dieses autonome Gebiet eine Alternative zu dem von vielen russischen Juden erhofften Neustart in Palästina dar. Da das Gebiet sehr unwirtlich war, gingen viele der Siedler im Laufe der Jahre wieder.
Von Stalins späteren antisemitischen Anwandlungen blieb auch das Autonome Jüdische Gebiet nicht verschont; die gesamte Führungsriege verschwand im GULAG. Heute bekennen sich nur noch ganze 8% von 200'000 Einwohnern dieses Gebietes zum Judentum.
Chabarovsk

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 8523

Existenz: seit 1858
Status: Hauptstadt der Region Chabarovsk
Einwohnerzahl: 614.000
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -22, April: +3, Juli: +21, Oktober: +4
 
Dieser Ort wurde im Jahre 1858 als Festung Chabarovka gegründet; sie sollte die Region am Amur für Russland sichern. Das Stadtrecht erhielt der Ort im Jahre 1880. Zu Ehren des Erforschers Erofej P. Chabarov erhielt die Stadt im Jahre 1893 seinen Namen. Das 1897 fertiggestellte Teilstück Chabarovsk-Vladivostok war die erste befahrbare Strecke der Transsibirischen Eisenbahn. Etwa 20 Jahre später wurde hier, durch die gewaltige Amurbrücke, die letzte offene Lücke der Transsib geschlossen.
1924 wurde Chabarovsk die administrative Hauptstadt des Fernen Ostens, der dann 1938 in die Gebiete Chabarovsk und Primorje mit der Hauptstadt Vladivostok aufgeteilt wurde. Die Stadt erstreckt sich 40 km entlang des Amurs, der hier ungefähr 2,5 km breit und 7 m tief ist. Heute ist Chabarovsk eine bedeutende Industriestadt, die sich mit Maschinenbau, Bauindustrie, Öl- und Holzverarbeitung einen Namen gemacht hat.
Vladivostok

Zurückgelegte Kilometer der Transsib: 9289

Existenz: seit 1860
Status: Hauptstadt der Region Primorje
Einwohnerzahl: 659.000
mittl. Temperatur in ° C:
Januar: -14, April: +4, Juli: +18, Oktober: +8
 
Vladivostok – "beherrsche den Osten". Die zweifellos interessante Stadt ist Russlands Tor zum Pazifik. Nicht nur für Ausländer, auch für Sowjetbürger war Vladivostok zu Sowjetzeiten eine geschlossene Stadt. Das lag daran, dass die Stadt der wichtigste Stützpunkt der Pazifik-Flotte war. Im 19.Jh. stritten sich Russland und China um die Halbinsel, auf der Vladivostok liegt. Letztendlich konnte Russland den Chinesen eine Grenze entlang des Flusses Ussuri aufzwängen. Das Militär und die Planung der Transsibirischen Eisenbahn werteten den Ort schnell auf. Der Zarewitsch Nikolaj selbst eröffnete hier im Jahre
1891 symbolisch das Jahrhundertprojekt Transsib mit einer vollgeschaufelten Schubkarre. Als der Bürgerkrieg begann, schickten Japan und auch andere Staaten Truppen nach Vladivostok. Somit wollten sie eine zweite Front gegen die neue Macht bilden. Nach dem Sieg der Bolschewiki und der Gründung der "Fernöstlichen Republik" zogen im Jahre 1922 die letzten japanischen Soldaten aus der Stadt ab. Heute blüht der russisch-chinesische Grenzhandel gewaltig. Beim Aussteigen erinnert eine Kilometersäule auf dem Bahnsteig mit der Aufschrift "9288", wie lang die Reise doch war.
Ulan Bator

Existenz: seit 1639

Status: Hauptstadt der Mongolei
Einwohnerzahl: 600.000
mittl. Temperaturen:
Januar: -25 C°, Juli: zwischen 10°C (nach Regenschauer) und 26 °C
 
Ulaanbaatar wurde 1639 als Palastansiedlung für einen neuen Khan gegründet und hieß "Orgoo" (Palast). Bis zu ihrem endgültigen Standort wurde die Stadt häufig verlegt. Zwischen 1717 und 1770 gab es 21 Ortswechsel. 1778 fand der letzte Wechsel stand und Ulaanbaatar wurde an seinem heutigen Standort eingerichtet. Seit 1924 heißt die Stadt Ulaanbaatar ("Roter Held"). Die Schreibweise Ulan Bator gilt als russisch-kolonial. Ein Viertel der Gesamtbevölkerung lebt in der Hauptstadt. Im Norden und Westen der Stadt lebt ein Großteil in den traditionellen Jurten. Man findet aber auch große Neubausiedlungen vor.
Da die Stadt von den über 2000 Meter hohen Bergen des Khentii-Gebirges umgeben wird, hat man von fast jedem Punkt der Stadt einen Blick auf grüne Natur. Da Ulaanbaatar sehr beschaulich und provinziell ist, kann man alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen. Strassennamen sind nur für größere Strassen üblich, deshalb sollte man sich Adressen für Museen und Restaurants aufschreiben lassen.
Im Norden und Westen der Stadt lebt ein Großteil in den traditionellen Jurten.
Man findet aber auch große Neubausiedlungen vor. Da die Stadt von den über 2000 Meter hohen Bergen des Khentii-Gebirges umgeben wird, hat man von fast jedem Punkt der Stadt einen Blick auf grüne Natur. Da Ulaanbaatar sehr beschaulich und provinziell ist, kann man alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen. Strassennamen sind nur für größere Strassen üblich, deshalb sollte man sich Adressen für Museen und Restaurants aufschreiben lassen.
Peking

Existenz: seit 1057

Status: Hauptstadt von China
Einwohnerzahl: ca. 11 Millionen

Januar: -1 bis -10 C°, Juli: 20 bis 30 C°, Oktober: 5°C bis 20°C
 
Beijing,auch als Peking bekannt, ist seit langem das politische Zentrum Chinas. Hier findet man viele bedeutende Kulturdenkmäler auf engstem Raum. Zugang zum Kaiserpalast, der sogenannte "Platz des himmlischen Friedens", haben 1 Million Menschen. Desweiteren überwältigt der Kaiserpalast mit seinen 1000 Räumen. Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die kaiserlichen Gärten - ein eindrucksvolles Beispiel für den Umgang der Chinesen mit der Natur. Die Bäume wurden dort in allen möglichen Varianten "verarbeitet".
Man könnte noch vieles über Beijing schreiben, aber diese Stadt ändert sich von Tag zu Tag, man muss es einmal geshen haben.